Von Klaus Jauer. Ich erinnere mich noch gerne an die Zeit der 5. Westlichen zurück da es dort immer viel Grubenwasser gab mussten wir auch am Wochenende viel Pumpenwartungsschichten machen damit der Schuppen da nicht absäuft. Mein Kumpel Wolfgang wollte den Sumpf reinigen sprang da rein wusste aber nicht das der Sumpf 1. so tief war und 2. sehr verschlammpt war .Fazit der Geschichte wir mussten ihn dort herausziehen da er im Schlamm stecken blieb alleine kam er dort nicht mehr heraus die Stiefel blieben im Sumpf und er musste die Heimfahrt barfuss erledigen.
Von Uli Striesche Ich fand es immer spannend und witzig wie man unter Tage die Kumpel mit Spitznamen versehen hat! Der Rote oder der Blaue ,Buschi , der Lange , Fahrradspeiche usw Besonders die Steiger... also die "Ollen" hatten Spitznamen. Tortensteiger hieß der eine... Dann gab es bei uns den "obsemich " und den " Babysteiger" war da nicht auch ein Steiger der " Hüttekühl" hieß...??? Ich lach mich heut noch weg... Der Wal da bläst er.... oder der Sturmgestöber... Hermann wer war noch mal der Mäusefresser??? Mensch Leute... in anderen Firmen würde man dat Mobbing nennen.. Bei uns Bergleuten war man ein Mann und hat drüber gestanden! Übrigens sollte man die einzigartigen Schimpftiraden mal der Nachwelt erhalten da es sie in dieser Form nur unter Tage gab..Ich hau dir ne Hacke inne Lunge!! War ja Standard! :-) Ich klopp dir inne Fresse bisse lachs du dumme Sau. Auch sehr genehm! Ich hau dir ne Schüppe int kreutz und dann kommse innen alten Mann .Bedrohung mit lächeln. Wir treffen uns auf dem Parkplatz! Ernst zu nehmen!! Drecksschüppengesicht = Kumpel
von E.Weingardt Eine Begebenheit aus vergangenen Bergbauzeiten Ich habe dies als Kind erlebt, es muss ungefähr 1955/56 gewesen sein. Damals wurde die Hausbrandkohle mit einem Zechen-LKW, der einheitlich grau war, angeliefert. Die „Kohle“ wurde auf die noch nicht befestigte Straße, die einige Schlaglöcher hatte, gekippt. Wir als Kinder wollten helfen! Leichter gesagt als getan. Es war nicht nur Kohlenstaub dabei, nein auch große Brocken, die nicht einmal durchs Kellerloch passten! Ausgerüstet mit einem Handhammer und einem kleinem Beil schlugen wir (meine ältere Schwester und ich) auf die großen Brocken ein. Mal mit aber auch oft ohne Erfolg! Es war auch leider nicht alles „Kohle“!! Den größten Teil der Arbeit hat natürlich der Vater übernommen. Da wir keine Schubkarre hatten, mussten wir uns beim Nachbarn eine 2-rädrige Karre mit einem Stiel ausleihen. Der Karren-Stiel konnte auch am Gepäckträger des Fahrrades, wenn vorhanden, angebaut werden. Der feine Kohlenstaub wurde mit einem Eimer in den Keller getragen. Es war schon erstaunlich, was unser große Küchenherd so alles verbrannt hat. So einen Küchenherd kann man übrigens im Haus des Bergmanns an der Ebertstr./ Ecke Antonstr. sehen. Es wäre schon interessant, ob sich noch Jemand an so eine Kohlenlieferung erinnern kann (er oder sie müsste dann so etwa 65 Jahre oder älter sein).
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Von Friedhelm Schmitte Vor langer langer Zeit, auf dem Weg zu meiner ersten Schicht ins Revier… „Am Montag zur 5:00 Schicht meldest Du Dich in der Steigerstube am Schalter, der Willi Sp… holt Dich dann dort ab“ Das war meine Einsatzbestimmung nach der ersten Schicht in der Wagenschmiede. Gesagt getan, es wurde Montag und ein kleiner, mich stark an Louis de Funes erinnernder Ortsmann mit beeindruckender Stimme und Auftreten holte mich ab. Nach der Seil- und Zugfahrt ging’s dann zu Fuß weiter. Willi fragte dies und das und irgendwann auch, ob ich schon mal Band gefahren wäre? Ich verneinte und er sagte dann nur, dass ich ihm ganz genau alles nachmachen sollte. Wenig später kletterte er seitlich auf die Bandkonstruktion, sah sich kurz um und schon war er weg. Schluck,.. nun aber schnell hinterher… Zum Überlegen war keine Zeit, also sprang ich bauchflatschermässig auf den laufenden Gurt und legte mich schnell auf die feuchtwarmen Stein/Kohlehaufen. Das hatte ja schon mal geklappt. Nach kurzer Suche in ständig wechselnden Lichtverhältnissen konnte ich Willi in einiger Entfernung vor mir kauernd erahnen. Ich war erleichtert, ihn nicht verloren zu haben. Ich ließ ihn nicht mehr aus den Augen und wartete aufgeregt, was nun weiter passieren würde. Wir fuhren noch einige Zeit so durch Hell und Dunkel und dann plötzlich richtete Willi sich auf, griff an eine Aufhängekette und zack war er vom Band herunter… ??? !!! … Mein Herz pochte bis zum Hals, ich näherte mich rasend schnell der Stelle, an der er vom Förderband verschwand. Ich griff auf vermeintlich gleicher Höhe beidhändig die Kette (komisch, so locker sah sie bei ihm gar nicht aus), hielt mich krampfhaft daran fest, beide Beine verloren den Gurtkontakt und ich wirbelte um die Kette herum und liess nach kurzem Kontakt von Steissbein und Bandkonstruktion los, so dass ich glücklicherweise auf der nicht ganz so tiefen Sohle landete. Nun bloß keinen Schmerz zeigen und herumjammern… Während der Dubbelpause konnte ich dann die eintreffenden Elektriker beobachten, wie sie elegant (mit Bohrmaschine bzw. Werkzeugtasche geschultert) vom Band stiegen. Bei diesen „Studien“ erkannte ich, dass man wohl nur tragende Ketten als Haltestelle benutzt, zuerst mit einem Fuß auf die Konstruktion tritt und dann den anderen Fuß vom Gurt nimmt. ;-) Schichtende konnte ich dann feststellen, wie einfach und schmerzfrei Bandfahren sein konnte. :)
Von Dieter Auerhahn Man muss erst wissen das es im Bergbau auch eine Zeit ohne Computer gab. Da ab es zur Anfahrt "Stempelkarte",ausserhalb des Bergbaus auch als Lochkarte bekannt. Zur Ausfahrt benutzte man den kleinen Abriss der großen Stempelkarte. Und für den Urlaub ebensolche die 4Wochen vor Antritt einzureichen war.Mir wurde das zweifelhafte Vergnügen zuteil zu erfahren was passiert wenn diese Urlaubskarte nicht zur vorgegebenen Zeit an richtiger Stelle eintrifft. Anstatt meinen Reviersteiger zu fragen was mein unentschuldigtes Fernbleiben erklärt (der im übrigen keine 10m visavis seine Wirkungsstätte hat) schickte man mir ein Schreiben mit der Aufforderung unverzüglich zu erscheinen oder dieses Schreiben als Kündigung zu betrachten.